Selbsthilfegruppen
Von der
Betroffenheit zur Initiative – Die Idee der Selbsthilfe
Medizinische
Selbsthilfegruppen werden gegründet, weil bestimmte Bedürfnisse von Patienten
und deren Angehörigen nicht ausreichend durch das Gesundheitssystem abgedeckt
werden. Häufig handelt es sich dabei um Selbsthilfegruppen für Menschen mit
chronisch verlaufenden Erkrankungen oder mit solchen, über die noch zu wenig
Wissen vorliegt.
Primäres
Ziel der Selbsthilfegruppen ist eine bessere Bewältigung der persönlichen
Lebensumstände der Mitglieder. Als Ursache für die positive Wirkung dieser
Gruppen nimmt das Prinzip der gemeinsamen Betroffenheit einen zentralen
Stellenwert ein. Die Gruppe erleichtert den Austausch von Informationen und
Hilfestellungen in der praktischen, alltäglichen Lebensführung. Häufig kommt es
zu einer
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Erweiterung des krankheitsbezogenen Wissens
-
Kompetenzsteigerung im Umgang mit einer Erkrankung
-
Stärkung des Selbstvertrauens in einer belastenden
Lebenssituation
Das
gesundheits- und sozialpolitische Engagement, die Vertretung der gemeinsamen
Interessen der Betroffenen nach außen und die Notwendigkeit der
Öffentlichkeitsarbeit führen in einem weiteren Schritt oftmals zur Gründung von
Patientenorganisationen.
Im Unterschied zu Selbsthilfegruppen haben es sich diese Organisationen zum Ziel
gesetzt, über die Betreuung des Einzelnen hinaus, Aufgaben auf dem Gebiet der
Aufklärung, Prävention, Bewusstmachung und Therapie zu übernehmen. Sie fungieren
damit als Sprachrohr, Übersetzer und Unterstützer zugleich.
Es ist
unumstritten, dass Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen einen
eigenständigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten, der von den Akteuren der
Gesundheitsberufe nicht ersetzt werden kann. Die mehr als 2.000 österreichischen
Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen stellen somit eine bedeutende
Ergänzung des Gesundheitssystems dar und werden als wichtige Partner
respektiert. Selbsthilfegruppen können eine Entlastung der Kostenexplosion
öffentlicher Dienstleistungsbereiche bieten und ein gutes therapeutisches Klima
fördern.
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